REAMENAGEMENT ET EXTENSION DE LA VILLA VAUBAN

Description

PRIX LUXEMBOURGEOIS D’ARCHITECTURE 2011

Lieu: Luxembourg-Ville, Luxembourg / Architecte associé: Philippe SchmitChef de projet: Peter Merten / Maître d’ouvrage: Ville de Luxembourg / Ingénieur génie civil: Ney & Partners sàrl / Ingénieur techniques spéciales: Goblet Lavandier & Associés / Eclairagiste: Licht Kunst Licht / Photographe: Boshua Budget ht: 12 463 000 € / Volume bâtiment: 13 510 m³ / Surface nette: 2 050 m² / Durée: 2003-2010

Die Ausgangslage

Im Stadtpark über dem ehemaligen Fort Vauban gelegen, wird die Villa Vauban seit einem halben Jahrhundert als Ausstellungsraum der Stadt Luxemburg genutzt. Der ursprünglich, im ausgehenden 19 Jhdt., als Privathaus konzipierte Bau diente im Laufe der Zeit allerdings immer wieder auch gänzlich andern  Zwecken:  kurz Sitz des Europäischen Gerichtshofs, vorübergehend offizieller Großherzoglicher Palast – und nur zwischendurch Raum für Kunstausstellungen.

2002 entschied die Stadt, in dem Gebäude und auf dem umgebenden Gelände definitiv ein repräsentatives Museum sowie eine Heimstatt für die städtischen Kunstsammlungen zu schaffen und erteilte dem Architektenbüro Diane Heirend & Philippe Schmit den Auftrag zur Modernisierung der Gründerzeitvilla und zum Entwurf eines Anbaus.

Das Projekt

Heirend und Schmit trafen die Entscheidung, die bestehende Villa und den feudalen Aufgang von der Straße durch den alten Villengarten als Ausgangspunkt des Projekts zu betrachten und die Überlegungen zum Anbau von diesem Punkt abzuleiten: an die hell strahlende Fassade des alten Baus schmiegt sich geradezu bescheiden der niedrigere, teilweise hinter der Villa verschwindende, mit einer dunklen Außenhaut aus Rotmessing eingekleidete Anbau.

Um die gewünschte Erweiterung dennoch zu erreichen, gräbt sich der Neubau in den Boden bis auf die Tiefe der freigelegten alten Festungsanlage. So gelingt es, die Problemzone des Geländes, die Rückfassade der Villa, elegant und historisch sinnvoll aufzuwerten.

Das Volumen

Den Gründerzeitaltbau mit seinen zum Teil nach den erhaltenen, ursprünglichen Plänen wieder hergestellte Dach, mit seiner Achsialsymmetrie in der Fassade, mit seinen wohlgestalteten, hohen Räumen, seinen filigranen Türen, seinen Stuckdecken durchströmt ein Hauch  großbürgerlichen Wohnens: harmonische, im Rundgang zu besichtigende, klassische Räume.

Der zweigeschossige Erweiterungsbau entspricht den Anforderungen eines zeitgenössischen Museumsbetriebs: Eingangsfoyer, pädagogisches Atelier, Gemäldelager sowie große, konzentrierte, nach innen gekehrte Ausstellungsräume sind hier untergebracht. Durch die horizontale Bauweise sind hier die Ausstellungsräume linear aufgeschnürt, dem Verlauf der Festungsmauer folgend. Zwei längsseitige Loggien öffnen den Anbau zu Park und Garten.

Das Obergeschoss verfügt über Tageslichtdecken, das auf Kunstlichtdecken angewiesene Untergeschoss kompensiert dies mit 6 Metern Raumhöhe.

Material & Licht

Die Einbettung in ein Festungswerk aus Sandstein fordert ein kräftiges Baumaterial: Beton als zeitgenössisches Gegenstück zur Festung. Durch die handwerkliche Bearbeitung des Stockens entsteht eine monolithische raue Oberfläche, auf der die freigelegten weißen Quarze dem Beton den Charakter magmatischen Tiefengesteins verleihen. Wie freigewaschener Fels wächst der Beton aus dem Boden.

Die Eingliederung in einen Park mit kräftigem Baumbestand fordert eine feinfühlige Fassade: die durchbrochene Messinghaut mit ihrem herbstlichen Bronzeton schafft einen flimmernden Effekt – als blicke der Betrachter in eine sonnenbeschienene Baumkrone. Große Fenster öffnen nicht nur den Blick auf den Park und laden den Kunstbesucher ein zu kontemplativem Innehalten vor der Natur; sie spiegeln auch für den müßigen Parkbegeher die Stämme, die Belaubung hinter ihm. Ein interessanter Doppeleffekt: oft verfügen Museen über diese Ausblicksoasen, selten über solche Dichte der Spiegelung, selten über eine solch changierende Vielfalt der Eindrücke.

Günstig nah am Stadtkern, im weiten Bogen des Parks eingebettet, verbindet das Projekt Villa Vauban die Aufwertung des Architekturerbes, das Einbeziehen des öffentlichen Parks und die Einbindung der historischen Festungshinterlassenschaft.

Details

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